Nachrichten aus der Zukunft

  KNA, 27.Sept.2003

 Katholische Nachrichtenagentur bedauert Aprilscherz

„Hätten wir seinerzeit geahnt, was unser Aprilscherz anrichten würde, wir hätten ihn nicht veröffentlicht“,  schrieb KNA am 23.Sept. 2003 kleinlaut. „Zum 1.April hatten wir, Sie erinnern sich, folgende Ente in die Welt gesetzt: 

Deutsche Bahn AG setzt erstmals Kapellenwagen ein!

Frankfurt (KNA) Zum Ökumenischen Kirchentag in Berlin Ende Mai will die Deutsche Bahn AG erstmals einen Kapellenwagen einsetzen. Der "Soul Express" ist dem Vernehmen nach die erste von insgesamt zwölf geplanten Schienen-Kirchen... 

  Die beiden Kirchen begrüßten die Bahn-Initiative als "guten und geistreichen Zug". Der erste für das Projekt "Meditation mobile" umgebaute Mitropa-Wagen soll am 28. Mai in den in Frankfurt zum Ökumenischen Kirchentag startenden Berlin-Sprinter integriert werden. Zur Einweihung werden die Spitzen der großen Kirchen, Kardinal Karl Lehmann und Präses Manfred Kock, erwartet.

Die Kirchen kündigten an, für die Schienen-Seelsorge eigens Geistliche abzustellen. Sie sollen mit Reisenden ... Gottesdienste feiern. Einen besonderen Raum werde die Fürbitte um eine sichere und vor allem pünktliche Ankunft einnehmen. In den fahrenden Gotteshäusern dürfen bis zu zwei Obdachlose umsonst mitgenommen werden...“

Bundesweit waren viele auf den Scherz reingefallen. Sie hatten Mehdorn  mit E-Mails überhäuft und ihm zu seiner glücklichen Idee des Kirchensponsoring gratuliert. Allgemeiner Tenor: Auch Großunternehmen müssten sich der Verantwortung für das Überleben der Kirchen bewusst sein.

Der Kölner Kardinal war ebenfalls der KNA-Ente aufgesessen, reagierte aber ganz anders. Er versteht eben keinen Scherz! Er aktivierte auf bewährte Weise die „Achse der Wahrheit“ und traf als erstes beim Großinquisitor auf offene Ohren.  Kardinal Ratzinger teilte Meisners Empörung, die Bahn-Pfarrer würden sich der  communicatio in sacris schuldig machen und zugleich einfache Gläubige zur Nachahmung ermuntern. – Fehltritte solcher Art  werden an sich schon unmittelbar mit der Exkommunikation geahndet, eine Strafe, die nicht einmal gegen Völkermörder verhängt wird!

Auf Meisners Drängen hin wurde vom Papst die eigens für den Ökumenischen Kirchentag fertiggestellte Enzyklika zur Eucharistie um ein Kapitel erweitert:  ´Die sakrale Potenz der geweihten Priester´. Damit sollte den üblen Fraternisierungskampagnen der Pfarrer Einhalt geboten werden.

Auf dem Kirchentag in Berlin gab Meisner den Inhalt des abgründig tiefen Kapitels auf seine Weise zum Besten. Kabarettreif: schlicht und derb!“

Einsame Spitze!

Konkurrenz?

Ausgeschlossen !

„Bei dem ganzen Ökumene-Schmuse-Kurs,“ so der Kardinal, „dürfe doch nicht vertuscht werden, wo die wirklichen Knackpunkte lägen. Schön predigen könnten alle Pfarrer und  kräftige Fürbitten vortragen ebenfalls. Aber damit sei es ja nicht getan. Wenn es nämlich zur Sache gehe, da zeige sich schon der Unterschied. Die richtig geweihten Priester könnten es eben, sie hätten das gewisse Extra, die sakrale Potenz und agierten bis in die Substanz hinein. Die ev. Pfarrer -  es tue ihm Leid, das sagen zu müssen - schafften es einfach nicht. Die katholischen kriegten echt was hin, die anderen redeten bloß drum rum und produzierten heiße Luft. Manche von ihnen - es seien nicht die schlechtesten – gäben es ohne weiteres zu und machten auch anderen nichts vor. Nach der Predigt seien sie mit ihrem Latein am Ende, packten ihre Sieben Sachen und machten Schluss mit dem Gottesdienst. - Solche Ehrlichkeit wünsche er sich öfter, fügte Meisner hinzu!

Bei den ev. ChristInnen hielt sich die Aufregung in Grenzen. Seit dem Hammer „Dominus Jesus“ aus dem Jahr 2000 kann keine römische Enzyklika die ev. Kirchen in Deutschland mehr erschüttern. Ferner weiß man, dass Meisners stammtischnahe Theologie inzwischen selbst bei seinen Mitbrüdern nur noch Heiterkeit hervorruft.“

P. Kunius, 15.4.2003, INFO 26, Mai/2003