Nachrichten aus der Zukunft

Schlagzeilen aus dem Jahr 2025

Kaum ein Dokument hat die kirchliche Landschaft so verändert wie "Dominus Jesus" aus der Feder des legendären Kardinals Joseph Ratzinger. Am Jahrestag der Veröffentlichung vor 25 Jahren lesen wir in der Morgenpresse: 

"Dominus Jesus" ´pur´

Jahrelang wurde Kardinal Ratzinger verdächtigt, gezielt das ökumenische Klima stören zu wollen.. Inzwischen widerfährt ihm mehr Gerechtigkeit. Er war es, wie die neue Geschichtsforschung nahe legt, der noch größeren Schaden von der Kirche abwenden konnte. Papst Paul II hatte ursprünglich geplant, eine Enzyklika unter dem Arbeitstitel zu veröffentlichen:

"Von der Einzigkeit des Herrn Jesus, der Kirche, des Papsttums, der Jungfrau von Fatima, des Zölibates und Meiner Selbst".

Nur der Intervention Ratzingers war es zu verdanken, dass der endgültige Titel kürzer ausfiel. In zähem Ringen gab der Papst nach und verzichtete auf die vier zuletzt genannten Einzigartigkeiten. Ratzinger selbst hatte für "Dominus Jesus" ´pur´ votiert. Wie man weiß, vergeblich!..... Neue Osnabrücker Zeitung

Bitte um Vergebung

Die Sacra Poenitentiaria (Kongregation zur Säuberung der Erinnerung) hat die Gläubigen gebeten, der Kurie angemessene Vorschläge für "Das kleine Schuldbekenntnis zwischendurch" anlässlich des Heiligen Jahres 2025 zu machen. Die Kirche, so versicherte sie, sei in der Vergangenheit nicht untätig gewesen, neue Schuld auf sich zu laden. Schließlich habe sie bereits vor genau 25 Jahren in weiser Voraussicht "Dominus Jesus" veröffentlicht, um wenigstens etwas zu haben, wofür man sich bei den evangelischen Christen entschuldigen müsse .....Süddeutsche Zeitung

Aderlass für "Wir-sind-Kirche"

17 evangelische Landeskirchen haben inzwischen die Bewegung katholische Protestbewegung "Wir-sind-Kirche" wieder verlassen. Nach der Veröffentlichung von "Dominus Jesus" im Jahre 2000 hatten sie sich aus Trotz diesem Zweckbündnis angeschlossen. Anfangs riefen sie noch "Wir sind auch Kirche"! Danach: "Wir sind eine Kirche!" und schließlich: "Wir sind Kirche!" 

Das letzte Friedensangebot des Nachfolgers von Kardinal Ratzinger, nämlich die Zuerkennung des Titels "Kirche light" (Begründung: auch "Cola light" sei doch schließlich Cola"), brachte das Fass zum Überlaufen .... Hannoversche Allgemeine

     

                                                                                               Zeichnung Plaßmann 

Altes Tischgebet in Verruf geraten

Das in den Kirchen der Reformation beliebte Tischgebet: "Komm´, Herr Jesus, sei unser Gast, und segne, was Du uns bescheret hast!" ist aus dem Gebetsschatz der evangelischen ChristInnen nahezu völlig verschwunden. Niemand traut sich mehr, noch einmal laut um das Kommen von "Dominus Jesus" zu bitten. Gleichwohl wünschen sich viele, der Herr Jesus möchte sich wenigstens einmal die "Bescherung" anschauen, die "Dominus Jesus" angerichtet hat, auch wenn er sie vermutlich nicht segnen könne ....  Neue Rhein/Neue Ruhrzeitung

Die Öffentlichkeitsarbeit revolutioniert 

Im deutschen Episkopat hat sich ein Paradigmenwechsel in der bischöflichen Öffentlichkeitsarbeit vollzogen. Ausgangspunkt war die geniale Erfindung einer neuen hermeneutischen Maxime  durch Alt-Bischof Lehmann. Angesichts der Rätselhaftigkeit von "Dominus Jesus" konstatierte er:

"Nicht was Ratzinger geschrieben hat, ist von Bedeutung, sondern das, was er nicht geschrieben hat"

In Anlehnung an diese fundamentale Erkenntnis gingen die deutschen Bischöfe dazu über, gerade das Wichtigste, was sie Ihren Diözesanen sagen wollten, nicht mehr zu schreiben, sondern wegzulassen! Einige folgten Lehmann wortwörtlich und schrieben seitdem überhaupt keine Hirtenbriefe mehr, andere übersandten ihren Pfarrern wohl noch freundliche Briefe. Diese enthielten aber außer der Anrede: "Liebe Erz-) Diözesanen!  und dem Schlussgruß nur noch blütenweißes Büttenpapier. -

Die Gemeinden haben inzwischen das Schweigen ihrer Hirten dankbar angenommen.... Kölner Express

 

P. Kunius

Nov 2000