Nachrichten aus der Zukunft

Rheinischer Merkur, München, den 17.6.2013

Die Heiligen Drei Könige - Opfer der Kohl´schen "Bimbes"-Affäre ?

Proteste der Orthodoxen Kirchen waren vergeblich!

Die Patriarchate des Osten sind jahrelang in Rom vorstellig geworden und haben gegen eine Praxis protestiert, die sie nur als skandalös bezeichnen konnten:

Das Dreikönigsfest, das eigentliche Weihnachtsfest aller Orthodoxen Christen, war systematisch aus dem Bewusstsein der Westkirchen, vor allem in Deutschland, verdrängt worden. Das ursprünglich ranghöchste, auch in der Katholischen Kirche gefeierte Fest der Heiligen Drei Könige, in den sechziger Jahren noch ein staatlicher Feiertag, schien tatsächlich völlig eliminiert worden zu sein. In den letzten Jahren haben viele Gemeinden sogar die Gottesdienste ganz ausfallen zu lassen.

Aufmerksamen Kirchgängern waren die Veränderungen sofort aufgefallen. Ältere Pfarrer erinnern sich noch deutlich an den Januar des Jahres 2000. Die zuständigen Ordinariate machten auf eine überraschende Mitteilung des Vatikans aufmerksam, die per Internet verbreitet wurde. Auf der Webseite www.vatikan.va war zu lesen:

"Die vatikanische ´Kongregation für Kult und Liturgie´ kommt der drängenden Bitte einiger Bischöfe nach und erlaubt den deutschen Kirchenprovinzen, am Fest der Epiphanie des Herrn ein anderes Evangelium zu verlesen, als jenes, das von den liturgischen Büchern vorgesehen ist. Diese Erlaubnis wird zunächst für die Dauer von 10 Jahren ausgesprochen."

Wer die Gepflogenheiten der römischen Behörden kennt, konnte diesen Vorgang nur als revolutionär bezeichnen, brach er doch mit einer kirchlichen Tradition, die seit dem dritten Jahrhundert die gesamte Christenheit einte, war sie auch in fast allen anderen Angelegenheiten heillos zerstritten. Was steckte also hinter dem Versuch der deutschen Katholischen Kirchenfürsten, das Drei-Königs-Evangelium totzuschweigen?

Auf dem Hintergrund der Kohl´schen Affären jener Tage erhielt der Text, wie wir heute wissen, tatsächlich eine enorme Brisanz. Ist in ihm doch zu lesen, dass seinerzeit die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe kamen und zwar "mit Gold, Weihrauch und Myrre". Manche Exegeten sahen hier einen Hinweis auf Kohl´schen Machenschaften. Verbarg sich etwa hinter dem mittleren der drei Herren jene dubiose Gestalt des historischen "Weyrauch", der die vielfältigen Finanztransaktionen eingefädelt hatte? War dieser Finsterling etwa auch damals schon mit von der Partie?

Dann allerdings drängte sich die Schlussfolgerung auf, "Gold" und "Myrre" seien die Decknamen der beiden anderen Geldgeber, deren Identität Kohl damals nicht preisgeben wollte und die er, wie wir wissen, auch tatsächlich mit ins Grab nahm.

 

  

Archivaufnahme, v.l.n.r.: Balthasar, Casper, Melchior, Weyrauch, "Myrre" u. "Gold"

Einige Bischöfe befürchteten, andächtige Gläubige könnten beim Hören dieser Frohen Botschaft auf die Idee kommen, die Kirche sei Mitwisserin in den üblen Affären, ein Verdacht, der wegen der historischen Nähe der katholischen Hierarchie zum Ehrenwort- Bundeskanzler nicht unberechtigt erschien.

Allerdings haben damals nicht alle Kirchenprovinzen von der römischen Erlaubnis Gebrauch gemacht. Generalvikar Feldhoff von Köln bestand mit Nachdruck darauf, die ganze Frohe Botschaft , also auch die von den drei Dunkelmännern Weyrauch, Gold und Myrre verlesen zu lassen. Zum einen, weil sich im Kölner Dom die Gebeine der Heiligen Drei Könige befinden (wo sich die Knochen der drei Ganoven befinden, weiß niemand) und die Verehrung dieser Heiligen-Gebeine nach wie vor viel Geld in die erzbischöflichen Kassen spült. Zum anderen hatte der Generalvikar  aus seiner professionellen Neigung für riskanten Umgang mit Geld nie einen Hehl gemacht. Ob Feldhoff den Finanzjongleur Weyrauch auch persönlich kannte, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit ausmachen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Fest steht heute nur, dass von den Katholiken in Deutschland kaum noch jemand die Geschichte von den Hl. Drei Königen mehr kennt.

P. Kunius

Mai 2000