Nachrichten aus der Zukunft

Der große "Kann-Nicht-Verwendet-Werden"-Streit beendet !

Ein Rückblick !

Katholische Nachrichten Agentur, München 17.6.2025

Kaum jemand erinnert sich noch an den Beginn der Affäre - das Ende wurde soeben mit dem Heiligen Jahr 2025 (dem kleinen Heiligen Jahr zwischendurch) besiegelt. Keiner von beiden, weder Staat noch Kirche, so haben Sie in einem neuen Konkordat beschlossen, will in Zukunft noch einmal "Kann-Nicht-Verwendet-Werden" sagen.

Damals hatte alles mit einem Paukenschlag begonnen. Wie ein deus ex machina war Ende des vorigen Jahrhunderts der inzwischen heiliggesprochene Papst Johannes Paul II auf die deutsche Kirchenprovinz herabgefahren und hatte ihr das erste "Kann-Nicht-Verwendet-Werden" verordnet. Ein gewisses Stück Papier sollte aus unerfindlichen Gründen nicht mehr weiterverwendet werden können. Keiner weiß mehr genau, worum es ging, zumal es sich dabei um eine päpstliche Falschaussage gehandelt haben soll!

Die Wirkung war allerdings enorm: Zur Überraschung selbst der Kirchenleitung fuhr der deutschen Regierung der Schrecken in alle Glieder. Die Justizministerin des Bundes und ihre KollegInnen in den Frauenministerien der Länder kuschten vor der Kirche und akzeptierten einen ganz offensichtlichten Unfug. Hätten sie damals Widerstand geleistet, so kann man nachträglich vermuten, hätte der in der Folgezeit aufflammende Kulturkampf in Deutschland vermieden werden können.

Denn die Kirchen hatten plötzlich Blut geleckt: Alle möglichen staatlichen Papiere sollten nach kirchlichem Gutdünken mit einem "Kann-Nicht-Verwendet-Werden"-Vermerk versehen werden. So forderte die Bischofskonferenz z.B. von den Einwohnermeldämtern, alle Geburtsurkunden, die von Geschiedenen angefordert würden, mit dem Aufdruck zu versehen: "Diese Bescheinigung kann nicht für eine Eheschließung nach Scheidung verwendet werden." Natürlich versicherte der Vorsitzende der Bischofskonferenz dem Städtetag, dass man mit dem Schein dennoch richtig heiraten könne - und deswegen ließen die Politiker den Unsinn durchgehen.

Die Kirchenfürsten dachten selbst an kleinste Details. So forderten sie allen Ernstes von den Kommunen, die Aufstellung von Kondomautomaten nur dann zuzulassen, wenn jedes einzelne Kondom mit dem gut lesbaren Aufdruck versehen wäre: "Kondome können nicht zur Verhinderung von Nachkommenschaft verwendet werden."

Hier kamen den Politikern allerdings die ersten Zweifel an der Zurechungsfähigkeit der katholischen Hierarchen. Mussten sie doch annehmen, dass auch höherrangige Kleriker inzwischen ausreichend Erfahrung mit solch hilfreichen Utensilien gewonnen haben dürften.

Als allerdings eines Tages von den kirchlichen Genossenschaftsbanken im Erzbistums München neue Geldscheine mit einem entsprechenden Aufdruck in den Umlauf kamen, da war nach einhelliger Meinung die Grenze des Zumutbaren überschritten.

Als erste reagierte die CSU und stellte die Zahlung der inzwischen mehr als zweihundert Millionen Mark an bayrischen Staatsleistungen ein. Für den Fall, dass weitere kirchliche Geldinstitute nachziehen sollten, hatte man bereits einen Stufenplan entwickelt: Die Finanzierung der theologischen Fakultäten sollte als nächstes eingestellt werden, danach die Finanzierung der Ausbildung der katholischen Religionslehrer.

                

Archiv-Foto aus dem Jahr 2001

Doch die wackeren Politiker hatten die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Die Hierarchen beriefen sich inzwischen auf altes Gewohnheitsrecht und verpflichteten alle ihnen unterstehenden Banken, generell nur noch solche Scheine in Umlauf zu bringen, was einer offenen Kriegserklärung an die Europäische Zentralbank gleichkam.

Diese ließ ihrerseits nicht lange auf eine Antwort warten, bzw. eine leise Drohung aus dem Finanzministerium genügte: Man werde im nächsten Jahr die Kirchensteuern in Höhe von 20 Milliarden DM per Scheck überweisen, und der Scheck werde auch eine Aufschrift tragen:

"Dieser Scheck kann bei keiner Bank eingelöst werden."

Wie gesagt, die Drohung genügte. Zum ersten Mal zuckte die deutsche Kirche zurück. Um nichts in der Welt wollte sie sich die Fundamente ihrer Existenz zerstören lassen.

P. Kunius