Nachrichten aus der Zukunft

Standort Kirche gesichert: Eine Erfolgsstory

KNA, München, den 23.April 2005

Die Bundesregierung hat die Existenzgrundlagen der Kirchen nachhaltig gesichert. In einem umfassenden "Bündnis für Glauben" (in Anlehnung an das erfolgreiche "Bündnis für Arbeit") gelang es, die seit Jahren kränkelnden Kirchen von Grund auf zu sanieren. Die Zustimmung des Parlamentes gilt als sicher: Die zukünftige "Kirchensteuer" (sofern man sie überhaupt noch so nennen kann) wird an den DAX angekoppelt. Die Details werden von den Bundesländern geregelt.

Diese Entscheidung wurde von vielen Politikern als Befreiungsschlag erlebt, ging mit ihr doch ein lange, quälende Phase tiefer Demütigungen seitens der Kirchen zu Ende.

Jedes Jahr aufs neue gingen Bilder wie dieses durch die Presse. Politiker mußten sich peinlichen Fragen stellen, mußten schuldbewußt ihr Haupt senken und bekennen: Wir haben nicht genug getan.

Ihre Kirchensteuern haben Sie selbstverständlich treu und brav bezahlt, und wenn es sich ergab, auch etwas in den Klingelbeutel getan. Aber zum Kirchenaustritt oder etwa zur Umwidmung der Kirchensteuern haben sie niemanden ermuntert.

Dennoch: Durch verantwortungsloses Wegsehen haben sie das "Ausbluten der Kirchen" zugelassen, dem drohenden Siechtum nichts Wirksames entgegengesetzt und am Ende mußten sie mitansehen, daß ihnen ihre wichtigste Machtstütze verlorenging.

Irgendwann im Jahre 1999 bahnte sich das neue Denken an. In kleinen Kreisen wurden erste Alternativen erörtert. Rote und Schwarze schlugen das Undenkbare vor, den Abschied von der Kirchensteuer alten Stils.

Den heftigsten Widerstand leisteten die Kirchen selbst. Viele ihrer Vertreter waren inzwischen der eigenen Propaganda auf den Leim gegangen und waren überzeugt, die Kirchensteuer sei die beste, gerechteste und wirksamste Form der Kirchenfinanzierung. Einige von ihnen glaubten sogar, die Kirchensteuer sei auf dem Konzil von Trient zum Dogma erhoben worden..

Noch rechtzeitig vor Beginn der ersten Runde des "Bündnisses für Glauben" unter dem Vorsitz von Bundeskanzler Schröder (Religiöser-Eid-Verweigerer), hatten sich die Kirchen intern auf die Formel "zehn plus XX" geeinigt. Nach dieser Formel stünden jeder der beiden großen Amtskirchen mindestens 10 Milliarden DM pro Jahr als Finanzsockel zu. "Plus XX" meinte einen noch festzulegenden Betrag an Steigerung, auf den die Kirchen in Anlehnung an die phantastischen Zuwächse in den letzten 50 Jahren ein Anrecht (Gewohnheitsrecht) hätten.

Natürlich kamen auch völlig unseriöse Vorschläge auf den Tisch, z.B. der "Kirchensockel" (10 Mrd.) solle jedes Jahr in dem Maße wie die Renten ansteigen. Dieser Vorschlag hätte finanziell nichts gebracht (die Renten haben ein Minus-Wachstum) und die Kirchen wären außerdem mit dem Negativ-Image alt, gebrechlich und schwach versehen worden.

Generalvikar Feldhoff (Erzdiözese Köln) lancierte die Idee, die Steigerung des "Kirchensockels" an den DAX zu koppeln. Steigt dieser im Laufe eines Jahres um 10%, so wird auch der "Kirchen-Sockel" um 10% angehoben.

Für die Zustimmung des Bundeskanzler zu dieser revolutionären Idee war wohl ausschlaggebend, die Kirchen damit endgültig ins Boot holen zu können. Sie würden in Zukunft schon dafür sorgen, daß der DAX wahre Bocksprünge nach oben mache. Darüberhinaus brauche er sich wohl auch nicht mehr mit so peinlich-dummen Sozialworten herumzuschlagen, wie dem aus dem Jahre ´98.

Den Kirchen ist die Frischblutzufuhr offensichtlich gut bekommen. In den letzten beiden Jahren hat der DAX dank nachhaltiger Unterstützung der beiden Kirchen eine bisher nie gekannte wachstumsorientierte Stabilität erlebt. Der "Kirchen-Sockel" (katholischerseits auch schon liebevoll "Petrus" oder "Der Fels" genannt) steht derzeit bereits bei 12 Mrd.

Mit anderen Worten, die Kirchen sind wieder zu vollem Leben zurückgekehrt.

P. Kunius