Klaus Stüwe Hrsg. Religion und Politik in der freiheitlichen Demokratie –
Religion and Politic in Liberal Democracy,

Duncker & Humblot Berlin 2018, 79,90 Euro

 

Die vorliegende Schrift stellt hauptsächlich die Sammlung der Vorträge dar, die 2016 im Rahmen der alle 2 Jahre stattfindenden Deutsch-Amerikanischen Kolloquien, 1990 von P. Anton Rauscher S.J gegründet, in den Vereinigten Staaten gehalten wurden.

Sie sind nach drei Themenschwerpunkten gegliedert: Theologische, kirchliche Positionen allgemeiner Art, z.B. zur Theologie Papst Benedikts XV, ferner Beiträge, die sich auf den Input konzentrieren, also wie sich die Kirchen im Hinblick auf die Ausgestaltung des Staatskirchenrechts nach dem 2. Weltkrieg eingebracht haben und schließlich drei Beiräge zu möglichen Auswirkungen der gegenwärtigen Globalisierung und Migration in Deutschland.

Es fällt auf, dass die evangelische Kirche in Deutschland keine Rolle zu spielen scheint, dass es beim Stichwort Religion vor allem um die (katholische) Institution und deren Absicherung geht und dass drittens die mentale Haltung der meisten Referenten eher defensiv gestimmt ist. Es geht häufig um den leicht apologetisch gefärbten, bemühten Aufweis, was die Kirche an Positivem auf ihr Konto verbuchen kann. In die Zukunft gerichtete, auf der Befreiungstheologie aufbauende Impulse, wie sie z.B. von den universitären Projekten des Instituts für Theologie und Politik Münster ausgehen, werden nicht reflektiert.

Dass gelegentlich auch die Grenzen der Lächerlichkeit überschritten werden können, bezeugt der Autor Michael Eilfort, wenn er festtellt: „...Und bei alledem sind Christen auch noch messbar glücklicher als Angehörige anderer Konfessionen und vor allem Atheisten..., neigen weniger als Unzufriedene zu Aggression, Frustration oder Depression..., haben meist eine positivere Aussenwirkung, was man insbesondere bei einem Blick in die Gesichter von Kirchentagsbesuchern (also doch bei Christen anderer Konfessionen?, erg. F.H.) leicht feststellen kann.“ S. 257

Neben solchen Beiträgen, die man auch in schlecht redigierten Kirchenzeitungen zu lesen bekommt, stechen andere, wie z.B. der von Stefan Mückl, Zum Recht der Religiion auf öffentliche Präsenz im freiheitlichen Verfassungsstaat, umsomehr positiv hervor.

Die Idee, den Vorträgen am Ende eine Zusammenfassung in der jeweils anderen Sprache (deutsch / englisch) beizufügen, ist an sich sehr lobenswert. Gelegentlich kommt allerdings der Verdacht auf, diese Übersetzung wurden mittels eines schlecht arbeitenden Google-Translators gemacht.

Friedrich Halfmann