W. Rees, L. Müller, Chr. Ohly, und St. Haering Hg.
Religiöse Vielfalt - Herausforderungen für das Recht

Ducker&Humblot Berlin, 215 S., 59,90

In den Ländern Europas hat - unter anderem durch eine wachsende Mobilität - die Vielfalt der Religionen und Weltanschauungen zugenommen. Eine religiös homogene Gesellschaft gibt es weniger denn je. Aufgrund dieser Tatsache fand vom 15. bis 17. Februar 2016 in der Katholischen Akademie Berlin eine kirchenrechtliche Tagung mit dem Thema „Religiöse Vielfalt - Herausforderungen für das Recht" mit zehn Vorträgen, drei Arbeitsgruppen und einer Podiumsdiskussion statt, deren wissenschaftliche Planung und Durchführung federführend in den Händen von Prof. Dr. Ludger Müller, Institut für Kirchenrecht an der Universität Wien, zusammen mit Prof. Dr. Stephan Haering OSB, Klaus-Mörsdorf-Studium für Kanonistik an der Lud-wig-Maximilians-Universität München, Prof. Dr. Christoph Ohly, Theologische Fakultät Trier, und Prof. Dr. Wilhelm Rees, Lehrstuhl für Kirchenrecht am Institut für Praktische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck, lagen. Die Tagung wandte sich den Herausforderungen zu, die sich für das Recht der Staaten wie auch der Kirchen und Religionsgemeinschaften aus dem Umstand religiöser Vielfalt ergeben. So zeigte sich, dass sich das bislang weithin auf die Katholische und Evangelische Kirche zugeschnittene System des deutschen Staatskirchenrechts in Richtung weiterer Kirchen und Religionsgemeinschaften öffnen muss. Ausdrücklich wurden vier rechtlich relevante Themenbereiche, nämlich Blasphemie, Ehe und Familie, Bildung und Erziehung sowie Religionswechsel, in Vorträgen bzw. Arbeitskreisen aus der Sicht des Judentums, des Christentums und des Islams beleuchtet.

Der vorliegende Tagungsband beinhaltet einzelne Tagungsbeiträge, die um weitere Beiträge ergänzt wurde. Jeweils ein Beitrag zieht auch Aspekte der anglikanischen Kirche und des Judentum in Betracht. Protestantische Positionen aus dem deutschsprachigen Bereich kamen leIder nicht zu Wort.

März 2019, Friedrich Halfmann