Rasterfahndung in Berlin - auf katholisch

Bisher wurden überwiegend Vorfälle bekannt, in denen die ev. Kirche von Berlin-Brandenburg sich der staatlichen Instrumente bediente, um dieses schmutzige Geschäft zu betreiben. Hier wird ein Fall dokumentiert, in dem das kath. Erzbistum Berlin auf die Jagd ging. Man sieht, in Sachen Geld klappt übrigens die Ökumene tadellos!

Herr R.C., war im Jahr 2004 zusammen mit seiner Frau von Offenbach/Main (Hessen) nach Berlin umgezogen. Im April 2005 verlangte Kirchensteuerstelle Berlin für die evangelischen und katholische Kirche in Berlin, Herr C. solle seinen Konfessionsstatus klären. Der Behörde lägen aufgrund seiner eigenen Angaben zwei Informationen vor: er sei er röm.-kath. getauft und ca. 1968/69 in Offenbach aus der Kirche ausgetreten.
Solange er nicht durch Einsendung eines qualifizierten Nachweises seinen Austritt belege, werde er zur Zahlung von Kirchensteuern herangezogen. Als zulässige Nachweise würden die Austrittserklärung vor dem zuständigen Amtsgericht gelten oder eine Bescheinigung seiner damaligen kath. Pfarrgemeinde in Offenbach. Die jahrzehntelange, belegte Praxis des fehlenden Konfessionseintrags auf er Lohnsteuerkarte wurde nicht als Nachweis anerkannt.

Herr C. fiel aus allen Wolken. Er war 1947 geboren und nach der Heirat ca. 1969 aus der Kirche ausgetreten. Seitdem war auf seiner Lohnsteuerkarte kein Konfessionsvermerk enthalten und er zahlte dementsprechend auch keine Kirchensteuer. Herr C. konnte nach mehr als 35 Jahren die Bescheinigung nicht mehr beibringen, er konnte sich nicht einmal daran erinnern, ob er seinerzeit eine solche erhalten habe.
Recherchen bei drei möglicherweise in Frage kommenden kath. Pfarreien führten nicht weiter. Sie konnten keinen entsprechenden Nachweis ausstellen. Das Amtsgericht Offenbach war nach längerem Ausbleiben einer Antwort Mitte Juni 2005 doch in der Lage, den damaligen Kirchenaustritt zu bestätigen.- zur großen Erleichterung von Herrn. C.

Friedrich Halfmann