Der erste elektronische Opferstock 
in einer katholischen Kirche wird am Donnerstag, 23. März 2006 
im Münster in Bonn vorgestellt. Foto: AP

Bonner Münster Der Opferstock nimmt Karte

Kirchenbesucher können ab sofort mit Plastikgeld spenden - Erstmals in katholischer Kirche in Deutschland

Bonn - Der nach eigenen Angaben erste elektronische Opferstock in einer katholischen Kirche in Deutschland ist in Bonn in Betrieb genommen worden. Kirchen- und Gottesdienstbesucher im Bonner Münster können nun an dem Terminal bargeldlos per EC- und Kreditkarte spenden, wie die Münsterpfarrgemeinde am Donnerstag auf ihrer Internetseite mitteilte. Das von der Volksbank unter der Orgelempore im Westchor installierte Spendenterminal akzeptiert alle deutschen und europäischen Bankkarten sowie Kreditkarten von Visa und Mastercard.

Münsterpfarrer und Stadtdechant Wilfried Schumacher erklärte, das Terminal stehe bewusst am Ausgang, "weil in der Kirche das Geld nicht im Mittelpunkt stehen darf, aber wir brauchen es, um unsere Aufgaben zu erfüllen". Mit der Neuerung reagiere man darauf, dass immer mehr Menschen weniger Bargeld in der Tasche hätten, hieß es. Gerade auch für ausländische Besucher werde das Bezahlen mit der Plastikkarte selbstverständlich.

Vorbilder für den elektronischen Opferstock gibt es den Angaben zufolge in einer evangelischen Gemeinde in Filderstadt bei Stuttgart, wo bereits 20 Prozent des Kollektenaufkommens bargeldlos abgewickelt würden, und in einer Diözese im österreichischen Linz. Besonders bei Sammlungen für Katastrophenopfer habe sich das bargeldlose Spenden bewährt.

Die Spender bleiben den Angaben zufolge anonym, der Gemeinde wird nur eine Transaktionsnummer übermittelt. Bis zu 100 Euro werde der Kontoauszug mit dem Nachweis der Einzahlung vom Finanzamt auch als Spendenbescheinigung akzeptiert. Bei höheren Beträgen könne man eine Bescheinigung im Pfarramt anfordern.

Noch bis 8. April sollten die bargeldlos über das Terminal abgegebenen Spenden direkt an das Bischöfliche Hilfswerk Misereor gehen, hieß es weiter. In der Karwoche gehe das Geld an den Deutschen Verein vom Heiligen Land. Die wechselnden Verwendungszwecke würden den Nutzern des Terminals jeweils deutlich angezeigt.

http://www.bonner-muenster.de

Stuttgarter Zeitung online24.3.2006