So stellt (sich) ein Generalvikar das Kerngeschäft "Seelsorge" vor !!

   

 

Der einsame Segenspender Generalvikar Norbert Kleyboldt, Münster, in einer Steinwüste ... Warum nur versichert dieser Kirchenmann immer wieder Hände ringend, er habe mit den Bauten nicht klotzen wollen - warum glaubt ihm das  niemand?

Allein 6.000 Quadratmeter Beton, 500 Tonnen Stahl und über 1.000 Fenster seien verbaut worden - versichert er mit stolzgeschwellter Brust. An den Außenfassaden - man halte die Luft an - seien 12.000 Sandsteinplatten angebracht worden.

Mit diesen Baumaßnahmen wolle er "in Zeiten der Sorge um die Zukunft der Kirche auch ein Zeichen für ihre Perspektive setzen". Dieses anmutige Bau-Ensemble ist tatsächlich der steingewordene Ausdruck für "die Kernaufgabe - die Seelsorge", wie er sie versteht - ja sogar für das ganze Bistum. 
Das allerdings glauben ihm inzwischen fast alle im Bistum.

Mit eiserner Hand wurde das Bistums umgestaltet und die Gemeinden zur Manövriermasse degradiert. Sie durften sogar  bei ihrer Deklassierung mit diskutieren. Dem Bischof ging es darum, die Zukunft des Bistums zu sichern. Mit Beton und Stahl und Steinplatten.

Woher kommen die 30 Mio. Euro Baukosten? Sie wurden u.a. erwirtschaftet aus dem Rückzug des Bistums aus der Kindergartenfinanzierung. Kommunen wurden in den letzten Jahren rücksichtslos erpresst: Entweder übernahmen sie auch den kirchlichen Trägeranteil oder das Bistum drohte mit dem Totalrückzug.
Was blieb den Kommunen übrig, als in ihrer Finanznot einzuknicken?

Einem Bistum, das locker 30 Mio. Euro in Stahl und Beton investiert, kann es nicht schlecht gehen, oder?

PS. Der Bund Deutscher Architekten hat den alle drei Jahre vergebenen Architekturpreis NRW dem Bistum Münster für dieses Prachtwerk zuerkannt. Die Jury begeisterte sich vor allem an den "überraschenden Blickbezügen" und der "urbanen Wirkung". Der Architekt habe "keinen Solitär" geschaffen. Seine "bei aller Nüchternheit kostbar und im harmonischen Gleichgewicht von horizontaler und vertikaler Wirkung ruhig anmutenden Baukörper setzen am Nordrand des Zentrums von Münster einen belebenden urbanen Akzent, ohne sich aufzudrängen." RZ vom 26.11.2007 - Welch grandiose Lyrik!!

Friedrich Halfmann, 5.4.2006

Postscriptum vom 26.11.2007