7,5 Mio Euro aus der Staatskasse für den Evangelischen Kirchentag 2009 in Bremen ?

Katholiken: Freude auf evangelisches Ereignis

Noch am Vortag war angedeutet worden, die CDU-Senatoren würden die Kabinettsvorlage, die als "völlig ungenügend" eingestuft worden war, nicht unterstützen. Es kam anders: Aus dem Rathaus hieß es, gestern sei ein "wohlwollender Tendenzbeschluss" pro Kirchentag 2009 gefasst worden.

Wie berichtet, möchte die Bremische Evangelische Kirche (BEK) zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2009 einladen. Dazu soll aus der Staatskasse ein Betrag von 7,5 Millionen Euro beigesteuert werden. "Die Katholische Kirche in Bremen würde sich über einen Evangelischen Kirchentag 2009 in der Freien Hansestadt Bremen freuen," erklärte gestern Propst Ansgar Lüttel. Er bot "jede mögliche Unterstützung" an. Es sei auch "guter Brauch", dass - wie bei anderen öffentlichen Großereignissen - die gastgebende Stadt einen Bei-trag zur Finanzierung leiste. Die Fraktionen hatten vor der Kabinettsentscheidung gestern die Vorlage, die aus dem Haus von Kirchensenator Henning Scherf stammte, kritisiert. Obwohl ein stattlicher Betrag in Höhe von 7,5 Millionen Euro aus der Steuerkasse spendiert werden solle, so klagte CDU-Fraktionschef Jens Eckhoff, gebe es nicht einmal eine Auflistung der erwarteten Einnahmen und Ausgaben. Es sei auch nicht zu erkennen, dass Überlegungen zu den regionalwirtschaftlichen Effekten dieser Großveranstaltung angestellt worden seien. Auch SPD-Kollege Jens Böhrnsen hatte vor einem "Freibrief für eine unbegrenzte Kostenübernahme" gewarnt. Das ging der Landesregierung offenbar doch nahe. Jedenfalls wurde der Kirchensenator gebeten, konkretere Angaben über die geplante finanzielle Hilfe vorzulegen und auch die regionalwirtschaftlichen Effekte zu erläutern.

Von Wigbert Gerling Weserkurier 15.5.2002