Die neue Freiheit des Domes
 
Würzburg - "Die Perle am Main ist neu gefasst." Mit diesen blumigen Worten eröffnete der Baureferent der Diözese, Jürgen Lenssen, die offizielle Vorstellung des renovierten Kiliansdomes.
 
Stärkste Veränderung: Die freigelegte Westfassade aus dem 19. Jahrhundert, die das zentrale Gotteshaus der Diözese ganz anders erscheinen lässt. Nun zieren Giebel, Domuhr, Rosette und Rundbogen-Portal (Triforium) die Front. Und das gefällt den Menschen. Unter den etwa 150 Leuten, die sich am Freitag auf dem Domplatz beim Festakt versammelt haben, ist auch Siegfried Bulitta. Er stand als kleiner Bub nach dem Krieg erschüttert vor den Trümmern des Gotteshauses und heute steht er wieder davor, restlos begeistert: "Diese Fassade gestaltet die Domstraße absolut positiv." Und auch die Würzburgerin Isolde Michel äußert große Freude: "Das ist ein Gewinn." Sie schwärmt von der Farbgebung, der großen beleuchteten Uhr und von dem neuen Giebel. 

Das Ehepaar Oskar und Helga Karpf aus dem Main-Spessart-Kreis stimmt in die Begeisterung mit ein: "Wir haben schon die Farbmuster während der Sanierung studiert und finden das helle, freundliche Äußere sehr gelungen." Bei so viel Zustimmung hatte es Dompropst Helmut Bauer leicht, die rechten Worte zu finden, auch für Kritiker, denen der Stil-Mix zu wild ist. Jedes Jahrhundert habe seine Spuren hinterlassen und die Vielfalt der Kunstrichtungen zeige die Liebe zu diesem Gotteshaus. Regierungspräsident Paul Beinhofer ging auf die Historie des Domes nach dem Krieg ein und beschrieb die Sanierung, für die der Staat, der die Baulast trägt, 670.000 Euro investierte. Der Kiliansdom sollte eine neue Freiheit zwischen den Häusern der Domstraße bekommen, meinte Bischof Friedhelm Hofmann. Und das sei mit der Umgestaltung gelungen.

 

Quelle: http://www.mainpost.de/mainfranken/wuestadt/art735,3781530.html