Evangelische Kirche Hamburg
Kirchgeld statt Kirchensteuer  - Kirchenmitgliedschaft auf Zeit

Eine grundlegende Reform der evangelischen Kirche fordern die fünf Hamburger Hauptpastoren. Zu ihren Vorschlägen gehört beispielsweise eine Mitgliedschaft auf Zeit, die freie Wahl der Gemeinde, die Möglichkeit, Kirchgeld an eine Gemeinde statt Kirchensteuer zu zahlen, sowie Beerdigungen auch für Menschen, die der Kirche nicht angehören.

In Hamburg sollen künftig Entscheidungen mehr auf die Basis verlagert werden. Das geht aus einer Resolution hervor, die das Datum vom 1. Januar 2002 trägt, jedoch bereits jetzt in die Öffentlichkeit gelangt ist. Hauptpastor Axel Denecke sagte gegenüber dem «Hamburger Abendblatt», man wolle nicht nur über den Mitgliederschwund jammern, sondern denen, die der Kirche den Rücken kehren, ein attraktives Angebot machen. Die evangelische Kirche in Hamburg hat in den vergangenen zehn Jahren fast ein Fünftel ihrer Mitgliedschaft eingebüßt. 1991 hatte sie 730.000 Mitglieder, im Jahr 2001 waren es 587.300.

Die Hamburger Hauptpastoren plädieren für eine Volkskirche als Freiwilligkeitskirche, in der sich Menschen auch ad hoc, auf Zeit, an bestimmten Orten, zu bestimmten Themen oder Aktionen beteiligen könnten. So müsse die «Kundenorientierung» kirchlichen Handelns aussehen.

Die Hauptpastoren setzen sich für eine Abkehr von der flächendeckenden Versorgungskirche hin zur gezielten Angebotskirche ein. Die Zukunft der Kirche sei nur zu gewinnen, «wenn es uns gelingt, die Kenntlichkeit des Evangeliums in unserer modernen Welt verstärkt herauszuarbeiten».

RNA/idea , 20. Dezember 2001