Bundesrechnungshof:

20-Mio-Steuerschlupfloch für kath. Kirche unzulässig

Als unzulässig haben der Bundesrechnungshof und der Rechnungsprüfungsausschuß des Bundestages eine Praxis zugunsten der katholischen Kirche bezeichnet, die den Staat jährlich rund 20 Millionen Mark kostet:

Die Kirche verlangt von den Pfarrern, dass sie bis zu sechs Prozent ihres Gehalts an die "Diasporahilfe" spenden. Die Finanzämter besteuern dann nur noch das um diesen Beitrag reduzierte Gehalt. Nach Ansicht des Bundesrechnungshofes muss jedoch das ungeschmälerte Bruttogehalt besteuert werden.

Dem Stern zufolge weigert sich das Bundesfinanzministerium allerdings "hartnäckig", diese Praxis zu ändern. Der stern spekuliert, Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) wolle sich "in diesen Wahlkampfzeiten partout nicht mit der katholischen Kirche anlegen und ein geradezu himmlisches Steuerschlupfloch schließen."

Nach: Stern 22/1998, S.21.