30 Mio für repräsentative Bauten in der Innenstadt Münster
Generalvikar Kleyboldt:  "Sinnvoll und zukunftsweisend"

Bistum. In einer Feier zum Abschluss der Baumaßnahmen für das neue Seelsorgeamt an der Rosenstraße in Münster und für das benachbarte Liudgerhaus hat Generalvikar Norbert Kleyboldt die neu- und umgebauten Gebäude offiziell ihren Bestimmungen übergeben. "Mit diesen Baumaßnahmen wollen wir in Zeiten der Sorge um die Zukunft der Kirche auch ein Zeichen für ihre Perspektive setzen", sagte er bei der Feierstunde am Freitag (17.03.2006) vor Mitarbeitern des Bischöflichen Generalvikariates, Handwerkern und Nachbarn. Im Anschluss wurden die Räume des Verwaltungsgebäudes sowie des Bildungs- und Begegnungshauses gesegnet.

Es sei nicht darum gegangen, "zu klotzen" oder "sich ein Denkmal zu setzen", beschrieb Kleyboldt die Intention der Baumaßnahmen: "Wir wollten Voraussetzungen schaffen für unsere Kernaufgabe – für die Seelsorge." Das Liudgerhaus werde der Begegnung von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen Raum geben, ein zentraler Anlaufpunkt für engagierte Laien werden und damit ein wichtiger Ort der Kommunikation sein. Das Verwaltungsgebäude des Seelsorgeamtes werde gemeinsam mit dessen neuen Strukturen vor allem wichtige Impulse für die Pfarrgemeinden vor Ort geben. "Diese Baumaßnahmen waren nicht nur sinnvoll, sondern auch zukunftsweisend für das ganze Bistum."

Kleyboldt unterstrich, dass das "strukturelle Defizit", das sich durch geringer werdende Kirchensteuereinnahmen ergeben hätte, nicht dazu führen dürfe, die Aufgaben der Seelsorge als gering zu achten. "Natürlich vernachlässigen wir unsere Aufgaben nicht, sondern wollen weiter zum Wohl der Kirche im Bistum und ihrer Gemeinden handeln."

Mit Blick auf die umfangreichen Baumaßnahmen, die vor etwa 30 Monaten mit den ersten Abrissarbeiten rund um das ehemalige Priesterseminar zwischen Überwasserkirche und Rosenplatz begonnen hatten, sagte Kleyboldt, er habe nicht selten gestaunt, wie die ganzen Dinge so zusammengefügt wurden, dass sie auch funktionierten. Allein 6.000 Quadratmeter Beton, 500 Tonnen Baustahl und über 1.000 Fenster seien verbaut worden. Für die Außenfassade in der gleichen Anmutung wie der angrenzende Neubau der Diözesanbibliothek seien etwa 12.000 Sandsteinplatten verbaut worden.

Nach Angaben der Bischöflichen Pressestelle in Münster betrug die Bausumme des Gesamtprojektes einschließlich der Diözesanbibliothek etwa 30 Millionen Euro. Mit diesen Investitionen habe man ganz bewusst auch das regionale Handwerk gestärkt, sagte Kleyboldt. In den neuen und renovierten Gebäuden sind bereits vor einigen Wochen die Mitarbeiter der Hauptabteilung Seelsorge, der Diözesanstelle "Berufe der Kirche", der EDV-Abteilung des Bischöflichen Generalvikariates sowie der Geschäftsstellen des Diözesanrates und des Diözesankomitees eingezogen.

Der Schweizer Architekt Max Dudler dankte dem Bistum für den Mut, den es für ein solches Bauvorhaben gebraucht habe. Er sei stolz darauf, ein derart herausragendes Gebäude-Ensemble gestaltet haben zu können. "Mit einem Geist, der weit über das Materielle hinausgeht."

Text und Foto: Michael Bönte, 17.03.2006