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Kirchenrecht: Einmal katholisch immer katholisch

Fälle wie Kiene oder Zapp sind „weder theologisch noch kirchenrechtlich vorgesehen", sagt Kirchenrechtsexperte Prof. Dr. Thomas Schüller von der Universität Münster dem SWR. Wer einmal durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen wurde, bleibe „dauerhaft katholisch".
Laut dem Münsteraner Kirchenrechtsexperten macht der Vatikan inzwischen Druck auf die deutschen Bischöfe, die Weisung von 2006 auch umzusetzen. Dies würde bedeuten: Die Kirche müsste bei jedem Einzelfall überprüfen, ob ein Glaubensabfall vorliegt. „Man kann also nicht, wie das die deutschen Bischöfe tun, einfach mit einer Generalannahme (Präsumtion) sagen, alle die, die bürgerlicher Wirkung austreten, gelten als abgefallen", so Schüller.

Kirchensteuerausgaben offenlegen

Er rät zudem der Kirche, offen zu erklären, was mit der Kirchensteuer geschieht. Rund 60 Prozent kämen den Kirchengemeinden zugute. Außerdem würden Schulen, Kindergärten und andere soziale Einrichtungen mit einem „Eigenanteil" mitfinanziert. Die treuesten Kirchensteuerzahler seien die „Kirchendistanzierten". Besonders denen müsse man erklären, was mit ihrem Geld passiert, rät Professor Schüller.

http://www.swr.de/swr1/rp/programm/-/id=446640/vv=print/pv=print/nid=446640/did=7289380/19i6myz/index.html

19.12.2010