René Löffler, Ungestraft aus der Kirche austreten?
Der staatliche Kirchenaustritt in kanonistischer Sicht
Forschungen zur Kirchenrechtswissenschaft Band 38
Echter Verlag Würzburg 2007, 429 S., € 42,00

In seiner Promotions-Studie "Ungestraft aus der Kirche austreten?" leistet René Löffler eine Einordnung des sog. Kirchenaustritts in die Rechtsordnung der katholischen Kirche. Er geht dabei auch auf die im Jahr 2006 entstandene Kontroverse zwischen dem Vatikan und der Deutschen Bischofskonferenz ein. In dieser hatte die DBK entgegen den anderslautenden Rechtsbekräftigungen des Vatikans darauf bestanden, dass ihre bisher geübte Praxis rechtens sei.

Löffler entfaltet in einem ersten Schritt den Sachverhalt ´Kirchenaustritt´ in quantitativer, qualitativer und historischer Perspektive. Wie jedes gesellschaftliche Problem unterliegt auch der Kirchenaustritt einem Bedeutungswandel, der für das Verständnis des Rechtsaktes von Bedeutung ist.
Das zweite Kapitel umkreist das religiöse Mitgliedschaftsrecht und das exakte rechtliche Verständnis von ´Kirchenaustritt´.
In einem dritten Kapitel wird schließlich die innerkirchliche Handhabung des ´Kirchenaustritts´ auf der Grundlage des CIC 1983 und des kirchlichen Partikularrechts analysiert.

In einer den Rahmen einer Dissertation weit überschreitenden Studie, veröffentlich als Band 38 in Forschungen der Kirchenrechtswissenschaft, Echter Verlag Würzburg 2007, hat der Autor in einer sehr breit differenzierenden Weise die mit dem Kirchenaustritt rechtlich und kirchenpolitisch verbundenen Aspekte aufgegriffen, sie analysiert und dargestellt und sie am Ende in ihrer Berechtigung und Tragfähigkeit gewogen. Die zehn Seiten umfassende, in 14 Schritten erfolgende Ergebnissicherung (S. 359-69) kommt zu dem Schluss: "...Das Festhalten der DBK (deutsche Bischofskonferenz, F.H.) und der diözesanen Verwaltungen an der `bewährten Praxis´ ist weder mit dem CIC 1983 noch mit der Erklärung des PCI vom 13.03.2006 zu vereinbaren und bleibt daher rechtswidrig ...." S. 369

Damit hat sich nach Kl. Lüdicke, N. Lüdecke, H. Hallermann, G. Bier und H. Zapp ein weiterer Fachmann zu Wort gemeldet, dessen Positionierung in dieser für die deutsche Kirche offensichtlich wichtigen Frage nicht so leicht zu entkräften sein dürfte.

Friedrich Halfmann