Prof. Dr. Hasenhüttl und der staatliche Kirchenaustritt

Interviewer:
" .... Nun haben Sie ja bei Ihrem Austritt, den haben sie beim Standesamt erklärt, wie man das ganz normal macht, wenn man aus der Kirche austritt, Sie haben aber zusätzlich noch einen Brief geschrieben an Bischof Stephan Ackerman in Trier und haben geschrieben, dass sie ihrem Verständnis nach nur aus der Kirche als Anstalt austreten, sich aber weiterhin der Kirche als Glaubensgemeinschaft durchaus als zugehörig fühlen.

Hasenhüttl: Ja ...

Interviewer: Geht das?

Hasenhüttl: Das geht genau aufgrund schon des Schreibens des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte, wo ganz klar wortwörtlich gesagt wird, ein rechtlich verwaltungsmäßiger Akt des Austritts aus der Kirche besagt nicht das Verlassen der Glaubensgemeinschaft und das ist noch einmal betont worden jetzt im August 2010, in dem der Präsident dieses päpstlichen Rates für die Gesetzestexte erklärt hat, dass eine Koppelung der Kirche als Körperschaft Öffentlichen Rechts und Glaubensgemeinschaft gegen weltkirchliche Bestimmungen verstößt.

Interviewer: Das heißt die Position der Deutschen Bischöfe, die bisher eigentlich gesagt haben, wer seinen austritt vor dem Standesamt erklärt, der zieht sich die Tatfolge der Exkommunikation zu, das heißt, den betrachten wir als exkommuniziert, diese Position der Deutschen Bischöfe stimmt nicht mit der römischen Position überein?

Hasenhüttl: Überhaupt nicht und daher ist die Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz unwirksam, wenn sie weiterhin im Rahmen der Katholischen Kirche bleiben will ..."

WDR 5 - Jenseits von Eden - Gespräch mit Prof. Dr. Gotthold Hasenhüttl, 21.11.2010