Das Altersruhegehalt ehemaliger Kleriker

In den letzten vierzig Jahren haben viele Priester und Ordensleute ihr Kleriker-Amt aufgegeben. Die Kirchenleitungen ahndeten diesen Schritt mit drakonischen Maßnahmen. Die gravierendste Form der Bestrafung war das faktische Berufsverbot im kirchlichen Bereich. Viele der Ehemaligen suchten deshalb eine Weiterbeschäftigung z.B. als Lehrer in Schulen, als Berufberater beim Arbeitsamt, als Mitarbeiter an Volkshochschulen, als Redakteure in den öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten ARD/ZDF oder in  Bildungseinrichtungen des Bundes.

Spätestens am Ende ihres Beruflebens bemerkten sie, dass ihr ehemaliger Arbeitgeber, das Bistum, der Orden, die frühere Berufstätigkeit nicht rentenversichert hatte. Viele Ordinariate und Ordensgemeinschaften, deren Mitglieder im Pfarrdienst tätig waren, weigerten sich hartnäckig , die Abtrünnigen ordnungsgemäß bei der BfA in Berlin nachzuversichern. Wenn dennoch eine Nachversicherung geleistet wurde, dann erfolgte sie oft nur auf dem allerniedrigsten Niveau..

Doch die Unterversicherten erleben Glück im Unglück: Weil die Kirchen den Status der Körperschaft des öffentlichen Rechtes genießen, erkennt der Staat die bei den Kirchen geleistete Arbeit gleichsam als bei ihm erbracht an. Das heißt konkret für die Altersversorgung: Der Staat gleicht die Unterversicherung seitens der Kirchen aus und zahlt das Altersruhegehalt auch für jenen Teil der Bezüge, die eigentlich auf das Konto der Kirche gehe müsste.

Kommentar:

Für Außenstehende unbemerkt saniert sich die katholische auf Kosten aller Steuerzahlerinnen und Steuerzahler. Solche Praktiken veranlassen immer mehr Steuerzahlende, eine sauberere Trennung von Staat und Kirchen zu fordern.