Kirche befürchtet Ausfälle bei Einnahmen

Berlin (OTZ/ph). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) befürchtet gravierende Einnahmeausfälle bei der Kirchensteuer.

Wegen der von der Bundesregierung geplanten Abgeltungssteuer auf Zinserträge könne das Einnahmeaufkommen der Kirchen um bis zu 6 Prozent zurückgehen, sagte EKD-Finanzreferent Helmut Herborg laut der evangelischen Wochenzeitung "Die Kirche". "Das wäre im Hinblick auf die ohnehin schwierige Lage ein gravierender Rückgang", warnte der EKD-Finanzfachmann. Bei der Abgeltungssteuer müssen die Banken künftig einen Teil der Zinserträge direkt an die Finanzämter überweisen. Bislang musste jeder die Einnahmen aus Kapitalvermögen selbst in der Einkommensteuererklärung angegeben und einen je nach Bundesland unterschiedlichen Prozentsatz der Einkommensteuer und des Solidaritätszuschlags an die Kirchen überweisen. Nach der neuen Regelung würden den Kirchen diese Einnahmen fehlen.

Der rheinland-pfälzische Finanzminister Gernot Mittler (SPD) hat bereits vorgeschlagen, dass künftig auch die Banken die Konfessionszugehörigkeit ihrer Kunden erfassen sollten und die Kirchen einen Ausgleich für ihre Einnahmeausfälle erhalten. Die neue Abgeltungssteuer müsse so ausgestaltet werden, dass die Kirchen nicht "als die großen Verlierer dastehen", sagte Mittler. Auch die Grünen-Finanzexpertin Christine Scheel macht sich für eine Kompensation stark. Gegenwärtig verhandeln die Kirchen mit dem Finanzministerium in Berlin über einen Ausgleich. Die Einnahmen der evangelischen 24 Landeskirchen sind wegen der schwachen Konjunktur bereits 2001 um 4 Prozent zurückgegangen, insgesamt verfügen sie über rund 4 Milliarden Euro pro Jahr.

12.01.2003 Ostthüringer Zeitung

Kirchen wenden sich wegen Steuerausfälle an Kanzler

Berlin, 20.12.2002 (KNA) Wegen möglicher Mindereinnahmen durch die geplante Abgeltungssteuer für Zinserträge haben sich beiden großen Kirchen in einem Brief an Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) gewandt. =